Wie aussagekräftig ist der verifizierte Verkauf für Rezensionen?

Mit dem verifizierten Verkauf versucht beispielsweise Amazon bei Rezensionen einen verlässlichen Hinweis zu geben, wer das Produkt tatsächlich gekauft hat. Aber ist das wirklich so aussagekräftig?

Bestätigt wird, dass das betreffende Produkt bei Amazon gekauft wurde. Im Falle von Büchern, bedeutet das aber nicht, dass sie auch wirklich gelesen wurden, dieser Eindruck könnte aber implizit entstehen. Doch auch beim verifizierten Kauf kann es sein, dass ein Rezensent nur oberflächlich bewertet oder abkanzelt. Hinzu kommt das 14-tägige Widerrufsrecht, das es leider auch bei E-Books gibt, was durchaus diskussionswürdig ist. Kauft beispielsweise ein Konkurrent eines Autors, oder jemand der ihm oder ihr schlicht und einfach nicht gut gesinnt ist, das Buch, so kann er es innerhalb von 14 Tagen zurückgeben und bekommt das Geld zurück. Bei der Bewertung würde dann „verifizierter Verkauf“ stehen. Auf diese Weise sind Scheinkäufe möglich, die nur dem Zweck dienen können, einem Autor/in zu schaden. Das Buch muss dann gar nicht zu Ende oder überhaupt gelesen worden sein. Mit flachen Pauschalierungen lässt es sich leicht in Grund und Boden stampfen.

Umgekehrt ist es aber auch möglich, dass jemand in einer Buchhandlung ein Buch gekauft hat, und gerne eine Rezension auf Amazon schreiben möchte, da bekannt ist, dass sich viele vor dem Kauf eines Produkts an diesen Bewertungen orientieren. In diesem Fall stünde dann nicht verifizierter Verkauf, was die Rezension aber nicht weniger wertvoll oder wichtig macht.

Ebenso kann die Bewertung aufgrund einer Leserunde oder Buchverlosung z. B. bei Lovelybooks gegeben werden, oder das Buch könnte man auch von Freunden oder Verwandten geschenkt bekommen haben. Auch solche Rezensionen sind nicht weniger wert.

Umgekehrt sind insbesondere bei niedrigen Preisen auch Gefälligkeitsrezensionen von Freunden nicht ausgeschlossen.

Mit der Information des verifizierten Verkauf ist also nicht wirklich viel gewonnen.

Entscheidend sich ehrliche Lesermeinungen, die weder eine Gefälligkeit noch eine gezielte Schädigungsabsicht beinhalten.

Es ist daher besser sich inhaltlich an einer Rezension zu orientieren. Übertriebene Lobhudeleien, als auch gehässige Aussagen über ein Buch und den Autor sind immer mit Vorsicht zu genießen.

Am überzeugendsten und hilfreichsten sind sachlich abgefasste Bewertungen, welche die Sicht des Rezensenten auch begründen.

Ihre Alice Stein

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