Wie man Bewertungen bewertet

Sowohl beim Kauf von Büchern, als auch von Produkten orientieren sich viele an den Bewertungen anderer. Das ist zwar eine gute Idee, da es einem vor Fehlkäufen bewahren und echte Mängel aufzeigen kann, aber es ändert nichts daran, dass Bewertungen immer subjektiv sind.

Nehmen wir als Beispiel einmal die Grenze zwischen 4 Sternen und 5 Sternen. Es gibt Personen, die grundsätzlich keine Höchstwertung vergeben. Ich habe einmal im beruflichen Kontext von einem Seminarteilnehmer die Erklärung bekommen, dass die Höchstwertung für ihn bedeutet, dass es absolut perfekt ist. Da es das aber nie gäbe, gibt er auch niemals die Höchstzahl an zu vergebenen Punkten. Aus dieser Perspektive ist für denjenigen die zweithöchste Wertung ebenso gut, wie wenn andere die Bestwertung geben. Aber wer kennt schon die persönlichen Bewertungskriterien, wenn man bei Produkten auf den Durchschnittswert sieht und ein paar Bewertungen liest?

Einige geben 5 Sterne wenn es sie persönlich sehr anspricht, setzen aber keine Perfektionsmaßstäbe. Bei anderen kann es wiederum sein, dass sie inhaltlich sehr positive Rezensionen bei Büchern, schreiben, aber dennoch einen Punkt abziehen, ohne dass dieser Abzug begründet wird.

Auch bei den Bewertungen braucht man als Autor dementsprechend – wie in vielen Bereichen – einfach Glück. Hat man mehrere Kunden, die das Buch nach Gefallen beurteilen, aber keine Perfektion erwarten und die 5  Sterne vergeben, macht das Buch von den Bewertungen her einen sehr guten Gesamteindruck. Umgekehrt kann es aber auch sein, dass sich ein paar Perfektionisten versammeln, die Abzüge für jeden Fehler geben, obwohl ihnen das Buch insgesamt gefallen hat. Das natürlich nebst der Möglichkeit, dass Kunden gänzlich andere Vorstellungen von dem Buch hatten und es ganz schlecht bewerten.

Eine gute Möglichkeit der Ergänzung ist eine Leseprobe, oder die „Blick ins Buch“-Funktion bei Amazon. Denn dadurch kann man sich selbst bereits einen Eindruck verschaffen, denn letztlich zählt für den Einzelnen ja nur, ob einem selbst das Buch gefällt und einen Nutzen bringt oder nicht. Gerade bei Büchern überwiegt der subjektive Eindruck. Das ist wiederum etwas anders wenn es sich beispielsweise um Produkte handelt, wo es auch um die Haltbarkeit und Belastbarkeit geht.

Als Autor selbst kann man, wenn man Self-Publisher ist, in die Qualität des Buches investieren, indem man beispielsweise ein Korrektorat oder Lektorat machen lässt und ein professionelles Cover. Außerdem das Buch in Verbindung mit dem Klappentext von mehreren Lesern, aus dem Bekanntenkreis lesen lässt, um zu überprüfen ob es falsche Erwartungen weckt. Diesbezüglich sollte man absolut ehrliche Antworten einfordern, oder nach dem Lesen des Klappentextes ein kurzes Feedback erbitten, welche Erwartungen dieser weckt, um anschließend zu prüfen ob das Buch dem gerecht wird. Das reduziert schon einmal die Angriffspunkte.

Der Rest ist dann wieder Glückssache. Denn Glück braucht jeder Autor, selbst wenn er oder sie noch so gut schreibt!

Ihre Alice Stein

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Interview mit dem Autor Ha. A. Mehler zum Thema „Welche Faktoren müssen zusammenspielen um einen Bestseller zu landen?“

Anlässlich des Buches „Wie schreibe ich einen Bestseller“ von Ha. A. Mehler habe ich mit dem Autor ein Interview geführt. Es ist interessant wie unterschiedlich die Erfahrungen von Autoren sind, und das hängt von verschiedenen Komponenten ab.

Weitere Bücher von Ha. A. Mehler für Autoren:
„Das Geheimnis der Kreativität“
„Wie Sie eine wirklich spannende Geschichte schreiben, von der sich der Leser nicht losreißen kann“ (Amazon-Kindle)

Nun zum Interview:

Alice Stein: Herr Mehler, Sie geben in Ihrem Buch „Wie schreibe ich einen Bestseller“ viele Tipps zum Spannungsaufbau, zu Kreativitätstechniken und vielem mehr. Denken Sie, dass ein gutes Buch, in dem all diese Dinge berücksichtigt werden, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Bestseller werden kann oder ist nicht auch die Verlagswahl sehr entscheidend?

Ha. A. Mehler: Sofern ein Buch hervorragend geschrieben ist, ist zumindest die Voraussetzung für einen Seller gegeben. Insofern sind Spannungstechniken, wie ich sie in meinem Buch „Wie schreibe ich einen Bestseller“ niedergelegt habe, das A und O. Wenn ein Buch keine Spannung aufweist, wird ein Leser ein Buch sehr einfach aus der Hand legen und es nicht lesen.

Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass man im Falle eines hoch spannenden Buches einen Bestseller produziert, ist von vielen weiteren Details abhängig. Viele weitere Punkte spielen eine Rolle:
○ Beißt der Titel und zieht er sofort Aufmerksamkeit an?
○ Stimmt das Coverbild?
○ Wurde die Zielgruppe vorab in Augenschein genommen und über das Buch informiert?
○ Besteht eine Nachfrage nach einem solchen Titel?
○ Bietet das Buch einen konkreten Nutzen/Vorteil für die Zielgruppe?
○ Wird genügend Werbung gemacht?
○ … PR?
○ Ist der Verkauf sichergestellt?
○ Wird regelmäßig weiter geworben und verkauft, nicht nur einmal?

Ein guter Verlag kann all diese Punkte sicherstellen. Aber selbst in einem sehr guten Verlag gibt es Profis und Dilettanten. Die PR-Dame kann beispielsweise gerade neu engagiert worden sein und „keine Ahnung von Tuten und Blasen“ haben. Und so weiter, die Beispiele ließen sich beliebig mehren.

Ein Newcomer weiß selten, wie es innerhalb eines Verlages wirklich aussieht.

Alice Stein: Wie waren Ihre bisherigen Erfahrungen mit Verlagen?

Ha. A. Mehler: Persönlich habe ich sehr gute Erfahrungen mit Verlagen gemacht. Ich bin mittlerweile in 22 Verlagen publiziert, im In- und Ausland. In Deutschland sind es, glaube ich, 12 Verlage.
Einige Verlage arbeiteten hoch professionell, wie der Rentrop-Verlag, der heute als „Verlag für die Deutsche Wirtschaft“ zeichnet, aber leider keine Bücher mehr publiziert. Mit Norman Rentrop verdiente ich einen Haufen Geld, insgesamt eine sechsstellige Summe.
Mit dem Heyne-Verlag machte ich ebenfalls sehr gute Erfahrungen. Ein Buch verkaufte sich über 100.000 mal. Auch mit Bassermann (Random House) machte ich ausgezeichnete Erfahrungen und konnte Bestseller mit ihm produzieren.
Mit vielen mittleren und kleineren Verlagen machte ich „kleine und mittlere“ Erfahrungen, ironisch gesprochen, weil deren Kapazität teilweise einfach nicht ausreichte, um ein Buch intensiv zu bewerben. Aber auch mit dem Falken-Verlag und dem Verlag moderne industrie konnte ich Seller produzieren.
Unter dem Strich betrachtet waren meine Erfahrungen also gut. Freilich gab es Ausnahmen, die die Regel bestätigten.

Alice Stein: Braucht man Ihrer Meinung nach unbedingt einen Agenten? Hatten Sie schon einmal einen? Falls ja, wie sind Ihre Erfahrungen diesbezüglich?

Ha. A. Mehler: Nein, man braucht nicht unbedingt einen Agenten.
Ich arbeite heute mit fünf Agenten zusammen, zwei deutschen, einem russischen, einem bulgarischen und einem US-amerikanischen.
Einige Agenten bringen Ergebnisse, andere nicht.
Agenten sind von unvorstellbar unterschiedlicher Qualität.
Man muss sie austesten, um zu wissen, woran man ist.
Ich persönlich habe auch mit Agenten insgesamt gute Erfahrungen gemacht.

Alice Stein: Sollte man als Autor/in beim Verlag mehr nachhaken zwecks Marketing? Oder anders ausgedrückt, sollte man den Verantwortlichen im Verlag diesbezüglich auch ruhig auf den Wecker fallen?

Ha. A. Mehler: Das kommt auf die Beziehung an, die man mit dem Verantwortlichen hat.
Niemand mag es, wenn man jemandem „auf den Wecker fällt.“
Klüger ist es, selbst aktiv zu werden und etwas für die PR und den Verkauf des eigenen Buches zu tun.
Oder zumindest konkrete Vorschläge zu unterbreiten, von denen man weiß, dass sie funktionieren.

Alice Stein: Haben Sie bezüglich der Eigenaktivität der Autoren für Werbezwecke ein paar Tipps für die Leser , die nicht in Ihrem Buch stehen?

Ha. A. Mehler: Das Feld der PR und der Werbung ist so riesig, dass man keine allgemeinverbindlichen Tipps geben kann. Es kommt auf das Buch und die Zielgruppe an. Abhängig davon kann man Tipps geben, die auch ins Schwarze treffen.
Wenn man ein Buch für Immobilienmakler z.B. schreibt, muss man darauf hinwirken, dass genau diese Zielgruppe über die Existenz des Buches mehrfach informiert wird. Und man muss alle Immobilien-Fachzeitschriften kontaktieren und hier werben.
Schreibt man ein Buch für Heilpraktiker, so muss man die rund 6000 Heilpraktiker in Deutschland kontaktieren. Und so weiter.

Alice Stein: Gibt es Ihrer Ansicht nach ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren, die man braucht um einen Bestseller zu landen? Abgesehen von der Qualität des Buches und den angewandten von Ihnen empfohlenen Techniken – welche sind das?

Ha. A. Mehler: Ja natürlich, siehe meine erste Antwort. Ein Bestseller wird nur gebacken, wenn eine ganze Menge von Faktoren zusammenkommen, die alle stimmen müssen.
Hier eine Zahl, die zu denken geben sollte: In den USA, wo ich wohne, setzen Profis 80% des Geldes, das für ein Buch zur Verfügung steht, brutal für die Werbung ein. 20% bleiben für den Autor, die Herstellung des Buches etc. übrig.
Will sagen: Wenn nicht in riesigem Stil für ein Buch geworben wird, ist die Chance für einen Bestseller verschwindend gering.
In Deutschland verhält es sich umgekehrt: nachdem das Buch produziert ist, ist oft kein Geld mehr für die Werbung in der Kasse, oder nur noch 20%. Auf diese Weise kann man natürlich nur scheitern.
Ein Buch wird zweimal geboren:
Die erste Mutter ist der Autor/die Autorin.
Die zweite Mutter ist der Werber/ die Werbefachfrau.
Ohne diese Zweifach-Geburt gibt es keinen Bestseller.

Auch was die Werbung angeht, so gibt es Profis und Dilettanten.
Man tut als Autor gut daran, sich mit der potentiellen Zielgruppe seines Buches professionell vorher auseinanderzusetzen. Man muss wie ein Werber denken lernen, zusätzlich zu der Autoren-Identität.
Nur wenn man beide Gesichtspunkte im Auge behält, gewinnt man.

Alice Stein: Vielen Dank für das Interview Herr Mehler!

 

Was Autoren beim Lektorat in unterschiedlichen Verlagen erwartet

Es gibt große Unterschiede was Autoren sowohl in der Zusammenarbeit mit Lektoren und dem Lektorat eines Buches begegnet. Das schwankt von guter, konstruktiver bis hin zu sehr nervender destruktiver Arbeit, und was das Lektorat betrifft von qualitativer bis zu schlechter Leistung.

Sehen wir uns einmal die grundsätzlichen Aufgaben eines Lektors an:

Prüfung und Bewertung von Manuskripten nach Inhalt, sprachlicher Qualität und Vermarktungspotenzial.

Betreuung von Autoren.

Lektorieren bzw. korrigieren der Manuskripte.

Hinzu kommen noch die Beschaffung von Lizenzen, Kostenkalkulationen, das Abfassen von Informations- und Marketingtexten u.a.

Diese Aufgaben können ebenfalls stark variieren, sodass bei kleineren Verlagen oftmals die Verlagsleiter einige dieser Aufgaben übernehmen, in manchen Fällen übernehmen sie auch das Lektorat. So ist manchmal, insbesondere bei größeren Verlagen oder Verlagsgruppen der Lektor die Hauptansprechperson, bei anderen ist es der Verlagsleiter. In vielen Fällen entscheidet der Lektor in erster Linie ob ein Buch ins Programm genommen wird oder nicht. Bei größeren Verlagen muss er ein Buch in einer Runde vorschlagen, an der andere Lektoren, und manchmal auch Marketingleiter und möglicherweise der Verlagsleiter beteiligt sind.

Bei einem kleineren Verlag habe ich es einmal erlebt, dass der Verlagsleiter entschied eines meiner Bücher (damals noch Manuskript) ins Programm zu nehmen. Er wollte es schnellst möglichst veröffentlichen, musste jedoch den Lektor noch überzeugen, dass er nach abgeschlossener Arbeit für das folgende Herbstprogramm doch noch ein Buch lektorieren musste. Dieser ließ seinen ganzen Unmut darüber an meinem Manuskript aus, was nach einigen Wochen bis Monaten letztlich zum Bruch geführt hatte. Hier zeigte sich die Macht eines Lektors gegenüber dem Verlagsleiter. In anderen Fällen, ebenfalls bei kleineren Verlagen, kann es sein, dass man mit dem Lektor oder Lektorin selbst nie konfrontiert ist und alles über die Verlagsleitung abgesprochen wird, inklusiver inhaltlicher oder sprachlicher Unklarheiten im Manuskript.

Die Ausbildung eines Lektors variiert ebenfalls sehr stark. In wissenschaftlichen Verlagen ist der Anspruch dementsprechend höher. Allgemein werden bei größeren Verlagen und Verlagsgruppen eine hohe Allgemeinbildung erwartet, ein Hochschulstudium z. B. ein sprachwissenschaftliches wie Germanistik. Bei Fachverlagen kann es auch ein Studium aus dem entsprechenden Fachgebiet sein, ein hohes sprachliches Know-how ist Voraussetzung.

Dann gibt es noch verschiedene Ausbildungen im Buchhandel bzw. Verlagswesen. Viele Verlage verlangen diesbezüglich auch einen Nachweis anhand von Zeugnissen.

Es gibt aber auch verschiedene (kleinere, weniger bekannte Verlage, wohlgemerkt nicht alle), die es diesbezüglich wesentlich lockerer handhaben und von ihren Lektoren keinerlei fundierte Ausbildung verlangen. Es reicht manchmal aus, dass der angehende Lektor selbst schon irgendetwas publiziert hat. Dass die Publikation aber höchstwahrscheinlich zuvor von einem anderen Lektor korrigiert worden ist und den Autor nicht automatisch befähigt selbst als Lektor zu arbeiten, steht auf einem anderen Blatt.

Bei einem Verlag habe ich es einmal erlebt, dass das Lektorat des Manuskripts lediglich darin bestand, die neue Rechtschreibung in die alte zu transformieren – allerdings per Knopfdruck. Was der Lektor oder die Lektorin, die ich in diesem Fall auch nicht kennengelernt hatte, tatsächlich dort tun ist fraglich, sofern tatsächlich welche beschäftigt werden. Ein seriöses, korrektes Lektorat wurde jedenfalls nicht vorgenommen, selbst wenn das als Bestandteil festgelegt war. Auf diese Weise wird versucht Bücher, von denen sich der Verlag aufgrund der Aktualität einen Wettbewerbsvorteil verspricht, möglichst schnell auf den Markt zu bringen. Ein schöner Anreiz für Autoren – der häufig mit einer oberflächlichen Arbeit von Seiten des Verlags einhergeht.

Was kann man daraus lernen? Scheuen Sie sich nicht davor nachzufragen, wer der Lektor oder die Lektorin ist der/die Ihr Manuskript bearbeiten soll und aus welcher Fachrichtung er oder sie kommt. Das gilt natürlich nur in dem Fall, dass Sie ein Vertragsangebot bekommen haben – davor wäre es kontraproduktiv.
Wie gesagt, bei den größeren Verlagen läuft sowieso alles über die Lektoren und ein korrekter Verlag wird diese Auskunft nicht verweigern. Aber wenn dem nicht so ist, haben Sie das Recht diesbezüglich eine Information zu bekommen, das sollte bei einer guten Zusammenarbeit Voraussetzung sein. Wenn Sie den Eindruck haben Ihr Manuskript wurde mehr oder weniger nur der üblichen Microsoft Word Korrektur unterzogen, dann sollten Sie hier ebenfalls nachhaken. Gehen Sie lieber nicht davon aus, dass Ihr Manuskript schon so perfekt war – jeder macht Fehler, auch sehr gute und erfahrene Autoren, deren Bücher ebenfalls vor der Veröffentlichung einem gründlichen Lektorat unterzogen werden. Fühlt man sich zu leicht geschmeichelt kann man leicht in eine Falle tappen und am Ende hängt man in einer schlechten Zusammenarbeit drin.

Wenn Sie mir diesbezüglich Ihre Erfahrungen schreiben möchten, freue ich mich. Kontaktieren Sie mich in diesem Fall bitte über das Kontaktformular.

Ihre Alice Stein

Zuschussverlage

Zuschussverlage werden jene Verlage genannt, die Geld von Autoren für eine Veröffentlichung verlangen. Hier unterscheide ich zwischen Self-Publishern, wo sich die Kosten für eine Veröffentlichung im Rahmen halten, und solchen die zum Teil vierstellige Beträge von den Autoren verlangen. Self-Publisher sind aus meiner Sicht eine seriöse Variante wo die Kosten auch sofort auf der entsprechenden Website überschaubar sind. Zuschussverlage halten mit der Information, dass sie Geld für die Veröffentlichung verlangen möglichst lange hinterm Berg und schmeicheln meist den Autoren in Bezug auf das Manuskript, bevor dann die bittere Wahrheit ans Licht kommt.

Erfahrungsbericht:

Vor der Veröffentlichung meines ersten Buches habe ich mein Manuskript mehreren Verlagen angeboten. Ich bekam ein Vertragsangebot von einem Verlag mit viel Lobeshymnen über mein Manuskript. Obwohl ich damals noch keine Erfahrung mit der Verlagsbranche und Buchveröffentlichungen hatte, kam mir das schon merkwürdig vor, da ich gehört hatte, dass die Verlage einem nicht gerade mit Komplimenten überhäufen. Das Modell dieses Verlags bestand darin, dass man zu Beginn zwar nichts zahlen musste, wenn sich aber innerhalb eines Jahres nicht eine hohe Anzahl an Büchern verkauft habe (ich weiß es leider nicht mehr genau, aber ich glaube es ging in den Bereich von 10.000), dann müsse man nachträglich einen vierstelligen Eurobetrag bezahlen. Sie lockten mit der Erfolgsstory von Harry Potter und meinten, dass dies durchaus zu schaffen sei. Das spricht natürlich das Wunschdenken von Autoren an, aber es entspricht meist nicht der Realität, vor allem wenn der Verlag nicht viel in Werbung und Marketing investiert. Der Verlag war nicht sehr bekannt, und ich konnte in keiner Buchhandlung auch nur ein Werk finden, das in diesem Verlag veröffentlicht war. Da fragt man sich natürlich wie so ein Unternehmen überleben kann, wenn nicht durch den Verkauf seiner Bücher? Die Antwort ist einfach: durch das Geld der Autoren!

Fazit: Ich lehnte diesen Vertrag ab und bekam glücklicherweise bald darauf ein Angebot von einem seriösen Verlag. Der oben erwähnte Verlag mit Sitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz, hat sich bis heute am Markt gehalten, obwohl sich an der Präsenz seiner Bücher nichts geändert hat. Und höchstwahrscheinlich hat sich auch am Geschäftsmodell nicht viel verändert.

Mit dieser Erfahrung, dass man Zuschussverlage besser meidet, war es aber noch lange nicht getan. Es folgte im Laufe meiner weiteren Buchveröffentlichungen eine regelrechte Odyssee an Erfahrungen worauf man in der Buch- und Verlagsbranche achten muss. Daraus ist dann mein Buch „Die schmutzigen Geschäfte in der Verlagsbranche“ entstanden, wo ich auf die vielen Details eingegangen bin.

Ihre Alice Stein