Buchempfehlungen ohne Algorithmus – eine Alternative zu Amazon?

Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Bücher aus? Empfehlungen von Freunden oder Bekannten, Rezensionen, Inhaltsangabe, Leseprobe? Wie sieht es mit Amazon aus – „Leute die diesen Artikel angesehen haben, …“ oder „… gekauft haben …“? Diese Empfehlungen basieren auf Algorithmen. Es gibt heutzutage eine Menge Möglichkeiten bestimmte Bücher zu entdecken und auszuwählen. Wissen Sie was Ihre Kaufentscheidung am meisten prägt? Das ist bei jedem unterschiedlich.

Das Portal MyBook http://www.mybook.de/ bietet kostenlose Buchempfehlungen von Experten an. Es ist aber gleichzeitig auch ein Büchershop mit einem derzeitigen Angebot von 4,5 Millionen Büchern und kostenlosen Versand und Gratis-Lesezeichen.

Die Empfehlungen funktionieren so, dass die Leser einen Fragebogen ausfüllen und danach erhalten sie von den Experten von MyBook passende Vorschläge per Mail. Sollte nichts Passendes dabei sein, kann man den Fragebogen wiederholen oder die Experten direkt per Mail kontaktieren.

Bei diesem Fragebogen gibt es 10 Fragen, z. B.:

„Welcher Lesetyp  bist Du?“ Dann kann man zwischen mehreren Kategorien auswählen: Vielleser, Wochenendleser, Gelegenheitsleser.

Oder: „Aus welcher Motivation heraus liest Du?“ Unterhaltung,/Entspannung – Lernen/neue Erfahrungen sammeln.

„Welche Bücher bevorzugst Du?“  Bestseller, Klassiker, Neuerscheinungen, Geheimtipps.

Außerdem kann man noch neben weiteren Fragen seine Lieblingsautoren und Lieblingsbücher angeben.

Das Ganze ist also schon persönlicher als ein Algorithmus, wobei man auch durch diesen auf passende Bücher oder Artikel stoßen kann.

Ein Nachteil aus meiner Sicht ist, dass die Empfehlungen nur per Mail verschickt werden. Man bekommt also keine Auswertung des Fragebogens ohne Angabe der Mailadresse. Das liegt sicher daran, dass es nicht einfach ein Programm ist, sondern sich Experten persönlich um die Ergebnisse kümmern und Vorschläge danach auswählen. Das mag jeder anders empfinden.

Insgesamt ist es aber ein netter Einfall und in Bezug auf Bücher sicher auch eine Alternative zu Amazon.

Haben Sie bereits Erfahrung mit MyBook und den Empfehlungen? Dann freue ich mich über Kommentare zu diesem Artikel.

Ihre Alice Stein

Wie aussagekräftig ist der verifizierte Verkauf für Rezensionen?

Mit dem verifizierten Verkauf versucht beispielsweise Amazon bei Rezensionen einen verlässlichen Hinweis zu geben, wer das Produkt tatsächlich gekauft hat. Aber ist das wirklich so aussagekräftig?

Bestätigt wird, dass das betreffende Produkt bei Amazon gekauft wurde. Im Falle von Büchern, bedeutet das aber nicht, dass sie auch wirklich gelesen wurden, dieser Eindruck könnte aber implizit entstehen. Doch auch beim verifizierten Kauf kann es sein, dass ein Rezensent nur oberflächlich bewertet oder abkanzelt. Hinzu kommt das 14-tägige Widerrufsrecht, das es leider auch bei E-Books gibt, was durchaus diskussionswürdig ist. Kauft beispielsweise ein Konkurrent eines Autors, oder jemand der ihm oder ihr schlicht und einfach nicht gut gesinnt ist, das Buch, so kann er es innerhalb von 14 Tagen zurückgeben und bekommt das Geld zurück. Bei der Bewertung würde dann „verifizierter Verkauf“ stehen. Auf diese Weise sind Scheinkäufe möglich, die nur dem Zweck dienen können, einem Autor/in zu schaden. Das Buch muss dann gar nicht zu Ende oder überhaupt gelesen worden sein. Mit flachen Pauschalierungen lässt es sich leicht in Grund und Boden stampfen.

Umgekehrt ist es aber auch möglich, dass jemand in einer Buchhandlung ein Buch gekauft hat, und gerne eine Rezension auf Amazon schreiben möchte, da bekannt ist, dass sich viele vor dem Kauf eines Produkts an diesen Bewertungen orientieren. In diesem Fall stünde dann nicht verifizierter Verkauf, was die Rezension aber nicht weniger wertvoll oder wichtig macht.

Ebenso kann die Bewertung aufgrund einer Leserunde oder Buchverlosung z. B. bei Lovelybooks gegeben werden, oder das Buch könnte man auch von Freunden oder Verwandten geschenkt bekommen haben. Auch solche Rezensionen sind nicht weniger wert.

Umgekehrt sind insbesondere bei niedrigen Preisen auch Gefälligkeitsrezensionen von Freunden nicht ausgeschlossen.

Mit der Information des verifizierten Verkauf ist also nicht wirklich viel gewonnen.

Entscheidend sich ehrliche Lesermeinungen, die weder eine Gefälligkeit noch eine gezielte Schädigungsabsicht beinhalten.

Es ist daher besser sich inhaltlich an einer Rezension zu orientieren. Übertriebene Lobhudeleien, als auch gehässige Aussagen über ein Buch und den Autor sind immer mit Vorsicht zu genießen.

Am überzeugendsten und hilfreichsten sind sachlich abgefasste Bewertungen, welche die Sicht des Rezensenten auch begründen.

Ihre Alice Stein

Gratisaktionen – das Für und Wider!

Viele Autoren versuchen mit Gratisaktionen den Verkauf ihrer Bücher anzukurbeln. Insbesondere Amazons KDP Select bietet viele Möglichkeiten, um auf das eigene Buch auf diese Weise aufmerksam zu machen. Das hat schon bewirkt, dass einige Self-Publishing Autoren durch diese Werbemaßnahme, anschließend Verkaufszahlen erreicht haben, von denen selbst so manche Verlagsautoren nur träumen können. Insofern ist es sicher eine gute Sache! Denn wie soll man sonst, als unbekannter Autor oder Autorin eine große Leserschaft von der Existenz seines Buches informieren. Das ist der wichtigste Punkt beim Verkauf von Büchern – die Zielgruppe, also die Leser müssen wissen, dass es ein bestimmtes Buch überhaupt gibt. Natürlich ist die Qualität, das Thema, der Schreibstil etc. ebenfalls von Bedeutung. Aber all das nützt nichts, wenn das Buch und der Autor ungewollt im Verborgenen bleiben.

Doch alles hat zwei Seiten – so auch die Gratisaktionen. Wenn etwas gratis ist, bringen die Menschen dem jeweiligen Produkt für gewöhnlich weniger Wertschätzung entgegen. Obendrein verlieren viele dadurch die Bereitschaft, dann auch für entsprechende Produkte, in diesem Fall Bücher, noch einen angemessenen Preis zu zahlen. Es kann dazu führen, dass insbesondere die Leser von Unterhaltungsliteratur, nur noch nach Gratisbüchern Ausschau halten und diese downloaden, und als zahlende Kunden langfristig verloren gehen. Im Sachbuchbereich ist das wieder etwas anders, weil nicht zwangsläufig zu einem Thema, das einen Leser interessiert auch Gratisbücher vorhanden sind. Aber wer sich für Krimis, Thriller, Horror, Science-Fiction und Lovestorys interessiert, wird immer fündig.

Wie ist es also möglich, die Aufmerksamkeit einer breiten Leserschaft auf das eigene Buch zu lenken, insbesondere wenn die Vermarktungsmaschinerie eines Verlags wegfällt, und gleichzeitig die Leser nicht mit Gratisaktionen zu überfluten und damit einen kontraproduktiven Effekt auszulösen?

Als einzelner Autor/in ist dieses Problem wohl nicht so leicht zu lösen. Das wäre nur kollektiv möglich, beispielsweise wenn es generell keine Gratisbücher, sondern nur reduzierte Angebote für einen kurzen Zeitraum gäbe. Jedoch auch durch zu viele Preisaktionen kann die Wertschätzung sinken, aber es wäre wahrscheinlich besser, als eine große Anzahl an Büchern kostenlos anzubieten, so wie das aktuell bei Amazon Kindle läuft.

Wie sehen Sie als Autor oder Leser das Thema Gratisaktionen? Schreiben Sie mir gerne dazu Ihre Meinung!

Ihre Alice Stein

 

Wie man Bewertungen bewertet

Sowohl beim Kauf von Büchern, als auch von Produkten orientieren sich viele an den Bewertungen anderer. Das ist zwar eine gute Idee, da es einem vor Fehlkäufen bewahren und echte Mängel aufzeigen kann, aber es ändert nichts daran, dass Bewertungen immer subjektiv sind.

Nehmen wir als Beispiel einmal die Grenze zwischen 4 Sternen und 5 Sternen. Es gibt Personen, die grundsätzlich keine Höchstwertung vergeben. Ich habe einmal im beruflichen Kontext von einem Seminarteilnehmer die Erklärung bekommen, dass die Höchstwertung für ihn bedeutet, dass es absolut perfekt ist. Da es das aber nie gäbe, gibt er auch niemals die Höchstzahl an zu vergebenen Punkten. Aus dieser Perspektive ist für denjenigen die zweithöchste Wertung ebenso gut, wie wenn andere die Bestwertung geben. Aber wer kennt schon die persönlichen Bewertungskriterien, wenn man bei Produkten auf den Durchschnittswert sieht und ein paar Bewertungen liest?

Einige geben 5 Sterne wenn es sie persönlich sehr anspricht, setzen aber keine Perfektionsmaßstäbe. Bei anderen kann es wiederum sein, dass sie inhaltlich sehr positive Rezensionen bei Büchern, schreiben, aber dennoch einen Punkt abziehen, ohne dass dieser Abzug begründet wird.

Auch bei den Bewertungen braucht man als Autor dementsprechend – wie in vielen Bereichen – einfach Glück. Hat man mehrere Kunden, die das Buch nach Gefallen beurteilen, aber keine Perfektion erwarten und die 5  Sterne vergeben, macht das Buch von den Bewertungen her einen sehr guten Gesamteindruck. Umgekehrt kann es aber auch sein, dass sich ein paar Perfektionisten versammeln, die Abzüge für jeden Fehler geben, obwohl ihnen das Buch insgesamt gefallen hat. Das natürlich nebst der Möglichkeit, dass Kunden gänzlich andere Vorstellungen von dem Buch hatten und es ganz schlecht bewerten.

Eine gute Möglichkeit der Ergänzung ist eine Leseprobe, oder die „Blick ins Buch“-Funktion bei Amazon. Denn dadurch kann man sich selbst bereits einen Eindruck verschaffen, denn letztlich zählt für den Einzelnen ja nur, ob einem selbst das Buch gefällt und einen Nutzen bringt oder nicht. Gerade bei Büchern überwiegt der subjektive Eindruck. Das ist wiederum etwas anders wenn es sich beispielsweise um Produkte handelt, wo es auch um die Haltbarkeit und Belastbarkeit geht.

Als Autor selbst kann man, wenn man Self-Publisher ist, in die Qualität des Buches investieren, indem man beispielsweise ein Korrektorat oder Lektorat machen lässt und ein professionelles Cover. Außerdem das Buch in Verbindung mit dem Klappentext von mehreren Lesern, aus dem Bekanntenkreis lesen lässt, um zu überprüfen ob es falsche Erwartungen weckt. Diesbezüglich sollte man absolut ehrliche Antworten einfordern, oder nach dem Lesen des Klappentextes ein kurzes Feedback erbitten, welche Erwartungen dieser weckt, um anschließend zu prüfen ob das Buch dem gerecht wird. Das reduziert schon einmal die Angriffspunkte.

Der Rest ist dann wieder Glückssache. Denn Glück braucht jeder Autor, selbst wenn er oder sie noch so gut schreibt!

Ihre Alice Stein

Das machtvolle Spiel mit den Rezensionen

Aufbauend auf meinem letzten Artikel gehe ich heute noch einmal auf das Thema Rezensionen ein. Diese sind ein sehr wirkungsvolles Marketinginstrument und daher finden sich in diesem Bereich auch viele Manipulationen. Angefangen von Autoren, die unter einem Pseudonym ihr Buch selbst rezensieren und natürlich in den höchsten Tönen loben bis hin zu Verlagen, wo deren Mitarbeiter, meist ebenfalls anonym, die Rezensionen schreiben.

Obendrein gibt es Verlage die Geld dafür bezahlen, dass ein etablierter Rezensent in einer Zeitung, Zeitschrift oder einem bekannten Portal eine Rezension schreibt. Es ist unter solchen Umständen natürlich sehr unwahrscheinlich, dass der/die RezensentIn sich überhaupt traut einen allzu kritischen oder negativen Bericht zu schreiben. Denn dann würde die betreffende Person wohl keine weiteren Aufträge bekommen. Nach meinen Informationen können sich Rezensenten fallweise damit aber einen ganz guten Nebenverdienst erwirtschaften. Das wird wahrscheinlich niemand aufs Spiel setzen wollen.

In einem Artikel auf Spiegel.de wird berichtet, dass ein Verlag auf eine extreme Abqualifizierung  von Lesern auf Amazon mit einer einstweiligen Verfügung gedroht hatte. Die dort eingestellten Rezensionen entsprachen nicht den Richtlinien. Der Verlagschef erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Ohne Erfolg. Auch ein extremes schlechtmachen eines Werkes kann organisiert sein und in so einem Fall muss man auch die Position eines Verlages oder Autors verstehen.

Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/rezensions-missbrauch-guerilla-marketing-bei-amazon-a-476359.html

In meinem Buch bin ich auf dieses Thema ebenfalls eingegangen und gebe Hinweise woran man glaubwürdige Rezensionen erkennen kann. Für Diskussionen zu dem Thema bin ich jederzeit offen – bitte dazu mein Kontaktformular verwenden.

Ihre Alice Stein