Der Self-Publishing-Markt wird immer größer

Der Markt für Self-Publishing wächst stetig und die Anbieter machen sich gegenseitig Konkurrenz. Gut für die Autoren – denn dann haben sie mehr Auswahl, können Vergleiche anstellen und bekommen immer mehr geboten.

Das müsste dann auch hoffentlich schlecht für die Zuschussverlage sein, denn welche scheinbaren „Verlockungen“ haben diese dann noch anzubieten? Diese ziehen nur auf dreiste Art den Autoren hohe Geldbeträge aus der Tasche, während die Kosten beim Self-Publishing moderat oder bei manchen Anbietern sogar kostenfrei sind.

Ein neuer Anbieter ist mymorawa: https://selfpublishing.mymorawa.com/self-publishing/veroffentlichen/

Morawa ist ein bekannter und großer Buchhändler in Österreich. Mymorawa nutzt den umfassenden Service von tredition zu denselben Konditionen. Ebenso wie bei tredition wird jedes Buch vor der Veröffentlichung vom Verlag geprüft. Diese Form von Qualitätssicherung ist ein wesentlicher Beitrag, um das Image von Self-Publishing-Verlagen und Autoren weiter zu verbessern.

Ein zusätzliches Angebot ist jedoch, ein Regalplatz in den Morawa Buchhandlungen. Das ist selbst für Verlagsautoren nicht selbstverständlich. Denn nicht jedes Buch, auch von traditionellen Verlagen bekommt einen Regalplatz in einer großen und bekannten Buchhandlung.

Immer mehr Self-Publishing-Verlage bieten heute auch schon Marketing Maßnahmen an, z. B. Pressemeldungen und Social Media Marketing. So auch mymorawa. Das ist schon mehr als die meisten kleinen Verlage anbieten, und selbst die großen fördern und bewerben nicht alle Autoren in gleichem Maße.

Auch für die normalen Verlag wächst der Druck – Self-Publisher bleiben heutzutage absolut nicht mehr außen vor!

Wer Erfahrungswerte weitergeben möchte, kann mich gerne dazu kontaktieren.

Ihre Alice Stein

E-Books im Vormarsch?

Die Weihnachtszeit ist ein guter Maßstab für einen Vergleich zwischen der aktuellen Beliebtheit von E-Books und Printbüchern. Denn Weihnachten ist auch die Zeit der Geschenke, und ein gedrucktes Buch eignet sich nun einmal besser als Geschenk, als ein E-Book. Dennoch ist zu merken, dass sich die E-Books auch in dieser Zeit großer Beliebtheit erfreuen. Das kann daran liegen, dass sich viele entscheiden zu Weihnachten ein Kindle-Gerät oder sonstige E-Book-Reader zu schenken, anstatt gedruckter Bücher.

Der Vorteil der digitalen Bücher ist ganz klar der Preis. Denn bei niedrigen Preisen ist es nicht schlimm, wenn das ein oder andere Buch dann doch nicht so überzeugt, während man bei Preisen in der Nähe von 20 EUR oder darüber schon eher seinem Geld nachweint, wenn man das betreffende Buch als Flop empfindet. Der nächste Vorteil ist, dass E-Books extrem platzsparend sind. In einer Zeit wo die Mieten immer mehr in die Höhe schießen, und viele in immer kleinere Wohnungen ziehen müssen, ist das durchaus praktisch. Obendrein hat man die Bücher mittels Reader immer parat. Beispielsweise im Wartezimmer beim Arzt muss man sich die Zeit nicht mit abgegriffenen Zeitschriften vertreiben, sondern kann ganz einfach ein Buch seiner Wahl lesen.

Dennoch, ein guter Teil bevorzugt es immer noch sich mit einem gedrucktem Buch gemütlich aufs Sofa zu setzen und zu lesen, ohne ständig ein elektronisches Gerät in der Hand zu halten. Und, wer genug Platz hat – es geht doch nichts über die schöne Optik beeindruckender, gefüllter Bücherregale.

So bleibt jedem das Seine. Das gedruckte Buch wird nicht so bald verschwinden – und das wäre auch sehr schade. Aber wer bei einer Veröffentlichung nur noch auf Printausgaben setzt, muss wohl mit Einbußen rechnen. Verlage, die sich diesem neuen Markt nicht öffnen wollen, könnten schon bald nicht mehr konkurrenzfähig sein. Jede Version hat ihre Fans. Das sollte bei Buchveröffentlichungen berücksichtigt werden. Für Self-Publishing Autoren ist eine Herausgabe als E-Book natürlich viel einfacher und kostengünstiger. Es gibt bereits einige Beispiele an unabhängigen Autoren, die auf diese Weise großen Erfolg hatten.

Am besten ist jedoch nach Möglichkeit beides zu veröffentlichen. Ein Vorteil wenn man mehrere Ausgaben publiziert hat, ist der, dass Leser die z. B. das E-Book günstig erworben haben, sich danach entscheiden könnten, jemanden die gedruckte Ausgabe zu schenken, insbesondere wenn die Beschenkten Printbücher gegenüber E-Books bevorzugen.

Selbst wenn man die E-Book Flatrate, wie sie z. B. bei Amazon Kindle Unlimited angeboten wird, auch kritisch sehen kann, (mehr dazu demnächst im kommenden Artikel) können E-Books außerdem als Marketingmaßnahme für die gedruckten Ausgaben fungieren.

Ihre Alice Stein

Autoren können sich gegenseitig unterstützen!

In diesem Artikel möchte ich Ihnen gerne den Blog des Autors Rainer Andreas Seemann vorstellen.

http://autor.rainer-seemann.de/

Auf seinem Autorenblog „Bücher vorstellen – besprechen – empfehlen!“ bietet er Beiträge, Rezensionen, Buchvorstellungen und Empfehlungen an. Also alles was Autoren aber auch Leser gut brauchen können. Im Gegensatz zu einigen anderen Anbietern, verlangt er weder Geld noch eine Gegenleistung dafür. Es gibt auch die Möglichkeit über Erfahrungen mit Verlagen zu berichten.

Ich habe selbst dieses freundliche Angebot, anlässlich meiner Preisaktion von 0,99 EUR, für mein E-Book genutzt: http://rainer-seemann.de/wordpressII/die-schmutzigen-geschaefte-der-verlagsbranche/

Rainer Andreas Seemann ist Franchiseberater und Buchautor, sowie Freizeit-Blogger.

Er hat drei Bücher geschrieben:

Existenzgründung – die Alternative für Macher

Gewerbe angemeldet – was nun?

Die positive Sprache: und wie man sie üben und praktizieren kann.

http://rainer-seemann.de/wordpressII/meine-buchveroeffentlichungen/

Ich finde es sehr schön wenn sich Autoren gegenseitig unterstützen, fernab jeglichen Konkurrenzdenkens. Aus diesem Grund richte ich die Bitte an alle Autoren: Unterstützt Euch gegenseitig und lasst jegliche Konkurrenzgedanken beiseite – letztlich kann es sich für jeden lohnen!

Leser von Büchern ersuche ich: Bitte unterstützt die Autoren, wenn Euch ein Buch gefallen hat mit einer Empfehlung oder Rezension. Es steckt viel Arbeit in einem Buch, die mit Ausnahme von Bestsellerautoren in keiner Relation zum Ertrag stehen und jeder Autor freut sich über Anerkennung und auch ein bisschen Werbung.

Ihre Alice Stein


 

Die Vor- und Nachteile von Leserunden

Leserunden sind eine beliebte Marketingstrategie, um sein Buch bekannter zu machen. Auf diese Weise kann man auch leicht einige Rezensionen auf unterschiedlichen Portalen bekommen.

Der Vorgang läuft so ab, dass man einige Bücher verlost, üblicherweise sollten es mindestens zehn sein, damit die Leserunde auch lebendig ist. Sowohl gedruckte Bücher als auch E-Books können verlost werden. Natürlich können es auch mehr sein. Es wird eine Frist gesetzt, innerhalb dieser die Bücher verlost werden und sich interessierte Leser bewerben können. Sinnvoll ist es die Verlosung mit einer Frage zu kombinieren oder die Leser aufzufordern anzugeben, warum sie sich gerade für dieses Buch interessieren.

Wird die Leserunde vom Verlag organisiert, erspart sich der Autor jegliche Kosten für Bücher und Versand. Aber als Self-Publisher muss man eine Leserunde gewöhnlich selbst auf die Beine stellen und finanzieren. Da ist eine E-Book Verlosung natürlich viel einfacher und günstiger.

Nun zu dem möglichen Ablauf einer Leserunde. Im Idealfall hat man als Autor viele Bewerbungen von interessierten Lesern, lost dann die Gewinner aus und unterteilt die Leserunde in verschiedene Abschnitte, zu denen die Leser dann ihre Kommentare schreiben können. Selbst wenn der ein oder andere Kritikpunkt kommt, auf den man als Autor reagieren kann – aber entscheidend ist ein lebendiger Austausch. Alleine durch das Lesen dieser Kommentare, bekommen andere potenzielle neue Leser einen guten Eindruck von dem Buch. Die abschließende Rezension kann dann auf dem jeweiligen Portal oder auch auf Amazon etc. eingestellt werden. Wenn es gut läuft, hat man dadurch gute Rezensionen gewonnen, mehr Aufmerksamkeit für das eigene Buch und infolgedessen mehr Verkäufe. Das ist das optimale Szenario, das sich jeder Autor wünscht wenn er eine Leserunde startet.

Doch es kann auch anders laufen. Damit ist nicht nur die Möglichkeit der ein oder anderen schlechteren Rezension gemeint. Sehen wir uns einmal die Bedingungen für weniger bekannte Autoren an, die das gerne ändern möchten und die in puncto Leserunde auf sich alleine gestellt sind, also keine Unterstützung vom Verlag haben.

Nehmen wir dazu das bekannte Portal lovelybooks als Beispiel. Hier tummeln sich eine Vielzahl an Lesern, Autoren und Verlagen. Das scheint verlockend. Jedoch ist eine gepostete Ankündigung für eine Leserunde, nach wenigen Minuten nicht mehr auf der ersten Seite der Nachrichten. Denn gerade weil dort so viel los ist, wird in Minuten- und Sekundenintervallen gepostet. Das erschwert es bereits deutlich, überhaupt gefunden zu werden und Leser für die Leserunde zu gewinnen. Selbst wenn es viele geben würde, die sich für das betreffende Buch interessieren könnten, werden es einige gar nicht erfahren, was natürlich schade ist. Das ist also bereits die erste Schwierigkeit. Kann man überhaupt alle Bücher verlosen, die man angeboten hat oder bleibt man auf einem Teil sitzen?

Das nächste mögliche Szenario sind unzuverlässige Leser. Gerade weil die Leser es gewohnt sind auf diese Weise Bücher geschenkt zu bekommen, bewerben sie sich oftmals für mehrere Bücher gleichzeitig, da sie nie wissen können ob sie gewinnen. So ist es möglich, dass das Interesse an einem Buch geringer ist als die Freude am Spielen. Es macht einfach Spaß an einer Verlosung teilzunehmen und den damit verbundenen Nervenkitzel zu haben – aber reicht das als Motivation für das Lesen eines Buchs? Manchmal nicht. Denn es kommt vor, dass Leser nachdem sie ein Buch gewonnen haben, überhaupt kein Interesse daran zeigen, es infolgedessen nicht lesen und sich auch an der Leserunde nicht beteiligen. Entweder kommen sie auf Nachfrage mit irgendwelchen Ausreden, oder es kommt schlicht keine Reaktion. Für den Autor besonders ärgerlich und auch ausgesprochen mies von den jeweiligen Teilnehmern! Fallen mehrere unzuverlässige Leser in eine Leserunde, kann das schnell zum absoluten Desaster werden. Das liegt aber nicht automatisch daran, dass das Buch schlecht ist, denn das hätte eine entsprechende Kritik zu Folge, aus der der Autor lernen und an sich arbeiten könnte. Aber fehlendes Feedback ist noch schlimmer. Denn der Autor erhält keine Rückmeldung und weiß nicht, wie er das nun deuten soll.

Vermutlich ist es den Lesern nicht bewusst wie vernichtend so ein Verhalten für Autoren ist und wie schlecht die Außenwirkung so einer Leserunde ist. Möglicherweise ist es ihnen aber auch gleichgültig – Hauptsache sie haben genügend Gratisbücher gesammelt.

Es zeigt sich hier ebenso wie in vielen Bereichen, dass Dinge die gratis sind, oft nicht genügend gewürdigt werden und es dort wo es ausschließlich Gratisbücher zu gewinnen gibt, zu einer Sammelwut kommt, aber nicht zu einem Verantwortungsgefühl auch eine Aufgabe zu haben. Leider gibt es in solchen Fällen viel zu wenig Sanktionen von Seiten der jeweiligen Portale. Die unzuverlässigen Leser werden zwar von Moderatoren aufgefordert sich zu beteiligen, aber das prallt an manchen Personen vollkommen ab. Zum Glück verhalten sich definitiv nicht alle Leser so, aber jene die das tun, und die auch nach mehreren Aufforderungen nicht reagieren, sollten meiner Ansicht nach von Verlosungen ausgeschlossen werden, denn sie haben kein Recht darauf Bücher geschenkt zu bekommen.

 Ihre Alice Stein

Interview mit dem Autor Ha. A. Mehler zum Thema „Welche Faktoren müssen zusammenspielen um einen Bestseller zu landen?“

Anlässlich des Buches „Wie schreibe ich einen Bestseller“ von Ha. A. Mehler habe ich mit dem Autor ein Interview geführt. Es ist interessant wie unterschiedlich die Erfahrungen von Autoren sind, und das hängt von verschiedenen Komponenten ab.

Weitere Bücher von Ha. A. Mehler für Autoren:
„Das Geheimnis der Kreativität“
„Wie Sie eine wirklich spannende Geschichte schreiben, von der sich der Leser nicht losreißen kann“ (Amazon-Kindle)

Nun zum Interview:

Alice Stein: Herr Mehler, Sie geben in Ihrem Buch „Wie schreibe ich einen Bestseller“ viele Tipps zum Spannungsaufbau, zu Kreativitätstechniken und vielem mehr. Denken Sie, dass ein gutes Buch, in dem all diese Dinge berücksichtigt werden, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Bestseller werden kann oder ist nicht auch die Verlagswahl sehr entscheidend?

Ha. A. Mehler: Sofern ein Buch hervorragend geschrieben ist, ist zumindest die Voraussetzung für einen Seller gegeben. Insofern sind Spannungstechniken, wie ich sie in meinem Buch „Wie schreibe ich einen Bestseller“ niedergelegt habe, das A und O. Wenn ein Buch keine Spannung aufweist, wird ein Leser ein Buch sehr einfach aus der Hand legen und es nicht lesen.

Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass man im Falle eines hoch spannenden Buches einen Bestseller produziert, ist von vielen weiteren Details abhängig. Viele weitere Punkte spielen eine Rolle:
○ Beißt der Titel und zieht er sofort Aufmerksamkeit an?
○ Stimmt das Coverbild?
○ Wurde die Zielgruppe vorab in Augenschein genommen und über das Buch informiert?
○ Besteht eine Nachfrage nach einem solchen Titel?
○ Bietet das Buch einen konkreten Nutzen/Vorteil für die Zielgruppe?
○ Wird genügend Werbung gemacht?
○ … PR?
○ Ist der Verkauf sichergestellt?
○ Wird regelmäßig weiter geworben und verkauft, nicht nur einmal?

Ein guter Verlag kann all diese Punkte sicherstellen. Aber selbst in einem sehr guten Verlag gibt es Profis und Dilettanten. Die PR-Dame kann beispielsweise gerade neu engagiert worden sein und „keine Ahnung von Tuten und Blasen“ haben. Und so weiter, die Beispiele ließen sich beliebig mehren.

Ein Newcomer weiß selten, wie es innerhalb eines Verlages wirklich aussieht.

Alice Stein: Wie waren Ihre bisherigen Erfahrungen mit Verlagen?

Ha. A. Mehler: Persönlich habe ich sehr gute Erfahrungen mit Verlagen gemacht. Ich bin mittlerweile in 22 Verlagen publiziert, im In- und Ausland. In Deutschland sind es, glaube ich, 12 Verlage.
Einige Verlage arbeiteten hoch professionell, wie der Rentrop-Verlag, der heute als „Verlag für die Deutsche Wirtschaft“ zeichnet, aber leider keine Bücher mehr publiziert. Mit Norman Rentrop verdiente ich einen Haufen Geld, insgesamt eine sechsstellige Summe.
Mit dem Heyne-Verlag machte ich ebenfalls sehr gute Erfahrungen. Ein Buch verkaufte sich über 100.000 mal. Auch mit Bassermann (Random House) machte ich ausgezeichnete Erfahrungen und konnte Bestseller mit ihm produzieren.
Mit vielen mittleren und kleineren Verlagen machte ich „kleine und mittlere“ Erfahrungen, ironisch gesprochen, weil deren Kapazität teilweise einfach nicht ausreichte, um ein Buch intensiv zu bewerben. Aber auch mit dem Falken-Verlag und dem Verlag moderne industrie konnte ich Seller produzieren.
Unter dem Strich betrachtet waren meine Erfahrungen also gut. Freilich gab es Ausnahmen, die die Regel bestätigten.

Alice Stein: Braucht man Ihrer Meinung nach unbedingt einen Agenten? Hatten Sie schon einmal einen? Falls ja, wie sind Ihre Erfahrungen diesbezüglich?

Ha. A. Mehler: Nein, man braucht nicht unbedingt einen Agenten.
Ich arbeite heute mit fünf Agenten zusammen, zwei deutschen, einem russischen, einem bulgarischen und einem US-amerikanischen.
Einige Agenten bringen Ergebnisse, andere nicht.
Agenten sind von unvorstellbar unterschiedlicher Qualität.
Man muss sie austesten, um zu wissen, woran man ist.
Ich persönlich habe auch mit Agenten insgesamt gute Erfahrungen gemacht.

Alice Stein: Sollte man als Autor/in beim Verlag mehr nachhaken zwecks Marketing? Oder anders ausgedrückt, sollte man den Verantwortlichen im Verlag diesbezüglich auch ruhig auf den Wecker fallen?

Ha. A. Mehler: Das kommt auf die Beziehung an, die man mit dem Verantwortlichen hat.
Niemand mag es, wenn man jemandem „auf den Wecker fällt.“
Klüger ist es, selbst aktiv zu werden und etwas für die PR und den Verkauf des eigenen Buches zu tun.
Oder zumindest konkrete Vorschläge zu unterbreiten, von denen man weiß, dass sie funktionieren.

Alice Stein: Haben Sie bezüglich der Eigenaktivität der Autoren für Werbezwecke ein paar Tipps für die Leser , die nicht in Ihrem Buch stehen?

Ha. A. Mehler: Das Feld der PR und der Werbung ist so riesig, dass man keine allgemeinverbindlichen Tipps geben kann. Es kommt auf das Buch und die Zielgruppe an. Abhängig davon kann man Tipps geben, die auch ins Schwarze treffen.
Wenn man ein Buch für Immobilienmakler z.B. schreibt, muss man darauf hinwirken, dass genau diese Zielgruppe über die Existenz des Buches mehrfach informiert wird. Und man muss alle Immobilien-Fachzeitschriften kontaktieren und hier werben.
Schreibt man ein Buch für Heilpraktiker, so muss man die rund 6000 Heilpraktiker in Deutschland kontaktieren. Und so weiter.

Alice Stein: Gibt es Ihrer Ansicht nach ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren, die man braucht um einen Bestseller zu landen? Abgesehen von der Qualität des Buches und den angewandten von Ihnen empfohlenen Techniken – welche sind das?

Ha. A. Mehler: Ja natürlich, siehe meine erste Antwort. Ein Bestseller wird nur gebacken, wenn eine ganze Menge von Faktoren zusammenkommen, die alle stimmen müssen.
Hier eine Zahl, die zu denken geben sollte: In den USA, wo ich wohne, setzen Profis 80% des Geldes, das für ein Buch zur Verfügung steht, brutal für die Werbung ein. 20% bleiben für den Autor, die Herstellung des Buches etc. übrig.
Will sagen: Wenn nicht in riesigem Stil für ein Buch geworben wird, ist die Chance für einen Bestseller verschwindend gering.
In Deutschland verhält es sich umgekehrt: nachdem das Buch produziert ist, ist oft kein Geld mehr für die Werbung in der Kasse, oder nur noch 20%. Auf diese Weise kann man natürlich nur scheitern.
Ein Buch wird zweimal geboren:
Die erste Mutter ist der Autor/die Autorin.
Die zweite Mutter ist der Werber/ die Werbefachfrau.
Ohne diese Zweifach-Geburt gibt es keinen Bestseller.

Auch was die Werbung angeht, so gibt es Profis und Dilettanten.
Man tut als Autor gut daran, sich mit der potentiellen Zielgruppe seines Buches professionell vorher auseinanderzusetzen. Man muss wie ein Werber denken lernen, zusätzlich zu der Autoren-Identität.
Nur wenn man beide Gesichtspunkte im Auge behält, gewinnt man.

Alice Stein: Vielen Dank für das Interview Herr Mehler!

 

Das machtvolle Spiel mit den Rezensionen

Aufbauend auf meinem letzten Artikel gehe ich heute noch einmal auf das Thema Rezensionen ein. Diese sind ein sehr wirkungsvolles Marketinginstrument und daher finden sich in diesem Bereich auch viele Manipulationen. Angefangen von Autoren, die unter einem Pseudonym ihr Buch selbst rezensieren und natürlich in den höchsten Tönen loben bis hin zu Verlagen, wo deren Mitarbeiter, meist ebenfalls anonym, die Rezensionen schreiben.

Obendrein gibt es Verlage die Geld dafür bezahlen, dass ein etablierter Rezensent in einer Zeitung, Zeitschrift oder einem bekannten Portal eine Rezension schreibt. Es ist unter solchen Umständen natürlich sehr unwahrscheinlich, dass der/die RezensentIn sich überhaupt traut einen allzu kritischen oder negativen Bericht zu schreiben. Denn dann würde die betreffende Person wohl keine weiteren Aufträge bekommen. Nach meinen Informationen können sich Rezensenten fallweise damit aber einen ganz guten Nebenverdienst erwirtschaften. Das wird wahrscheinlich niemand aufs Spiel setzen wollen.

In einem Artikel auf Spiegel.de wird berichtet, dass ein Verlag auf eine extreme Abqualifizierung  von Lesern auf Amazon mit einer einstweiligen Verfügung gedroht hatte. Die dort eingestellten Rezensionen entsprachen nicht den Richtlinien. Der Verlagschef erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Ohne Erfolg. Auch ein extremes schlechtmachen eines Werkes kann organisiert sein und in so einem Fall muss man auch die Position eines Verlages oder Autors verstehen.

Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/rezensions-missbrauch-guerilla-marketing-bei-amazon-a-476359.html

In meinem Buch bin ich auf dieses Thema ebenfalls eingegangen und gebe Hinweise woran man glaubwürdige Rezensionen erkennen kann. Für Diskussionen zu dem Thema bin ich jederzeit offen – bitte dazu mein Kontaktformular verwenden.

Ihre Alice Stein