E-Books im Vormarsch?

Die Weihnachtszeit ist ein guter Maßstab für einen Vergleich zwischen der aktuellen Beliebtheit von E-Books und Printbüchern. Denn Weihnachten ist auch die Zeit der Geschenke, und ein gedrucktes Buch eignet sich nun einmal besser als Geschenk, als ein E-Book. Dennoch ist zu merken, dass sich die E-Books auch in dieser Zeit großer Beliebtheit erfreuen. Das kann daran liegen, dass sich viele entscheiden zu Weihnachten ein Kindle-Gerät oder sonstige E-Book-Reader zu schenken, anstatt gedruckter Bücher.

Der Vorteil der digitalen Bücher ist ganz klar der Preis. Denn bei niedrigen Preisen ist es nicht schlimm, wenn das ein oder andere Buch dann doch nicht so überzeugt, während man bei Preisen in der Nähe von 20 EUR oder darüber schon eher seinem Geld nachweint, wenn man das betreffende Buch als Flop empfindet. Der nächste Vorteil ist, dass E-Books extrem platzsparend sind. In einer Zeit wo die Mieten immer mehr in die Höhe schießen, und viele in immer kleinere Wohnungen ziehen müssen, ist das durchaus praktisch. Obendrein hat man die Bücher mittels Reader immer parat. Beispielsweise im Wartezimmer beim Arzt muss man sich die Zeit nicht mit abgegriffenen Zeitschriften vertreiben, sondern kann ganz einfach ein Buch seiner Wahl lesen.

Dennoch, ein guter Teil bevorzugt es immer noch sich mit einem gedrucktem Buch gemütlich aufs Sofa zu setzen und zu lesen, ohne ständig ein elektronisches Gerät in der Hand zu halten. Und, wer genug Platz hat – es geht doch nichts über die schöne Optik beeindruckender, gefüllter Bücherregale.

So bleibt jedem das Seine. Das gedruckte Buch wird nicht so bald verschwinden – und das wäre auch sehr schade. Aber wer bei einer Veröffentlichung nur noch auf Printausgaben setzt, muss wohl mit Einbußen rechnen. Verlage, die sich diesem neuen Markt nicht öffnen wollen, könnten schon bald nicht mehr konkurrenzfähig sein. Jede Version hat ihre Fans. Das sollte bei Buchveröffentlichungen berücksichtigt werden. Für Self-Publishing Autoren ist eine Herausgabe als E-Book natürlich viel einfacher und kostengünstiger. Es gibt bereits einige Beispiele an unabhängigen Autoren, die auf diese Weise großen Erfolg hatten.

Am besten ist jedoch nach Möglichkeit beides zu veröffentlichen. Ein Vorteil wenn man mehrere Ausgaben publiziert hat, ist der, dass Leser die z. B. das E-Book günstig erworben haben, sich danach entscheiden könnten, jemanden die gedruckte Ausgabe zu schenken, insbesondere wenn die Beschenkten Printbücher gegenüber E-Books bevorzugen.

Selbst wenn man die E-Book Flatrate, wie sie z. B. bei Amazon Kindle Unlimited angeboten wird, auch kritisch sehen kann, (mehr dazu demnächst im kommenden Artikel) können E-Books außerdem als Marketingmaßnahme für die gedruckten Ausgaben fungieren.

Ihre Alice Stein

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Rezension zu „Wie man erfolgreich E-Books verkauft. Exklusivinterviews mit Top-Autoren“ von Wilhelm Ruprecht Frieling

In diesem E-Book führt Wilhelm Ruprecht Frieling auch Prinz Rupi genannt, Interviews mit erfolgreichen Indie-Autoren, und fühlt ihnen in Bezug auf ihr Erfolgsrezept auf den Zahn. Ich habe die 8. Auflage gelesen, die Interviews mit Autoren bis zum Jahr 2014 enthält.

Nach dem Lesen von einigen Interviews wird einem schnell klar, dass der unkalkulierbare Faktor „GLÜCK“ eine große Rolle spielt. Viele Autoren können sich ihren eigenen Erfolg nicht so recht erklären – oder wollen es vielleicht nicht. Wer sich ein Erfolgsrezept erwartet, wird enttäuscht werden. Kann sein, dass sich die Autoren nicht so wirklich in die Karten sehen lassen wollen. W. R. Frieling ist hingegen sehr bemüht, ihnen ihr Geheimnis zum Erfolg herauszulocken. Aber entweder gibt es das nicht und es war eine Fügung an glücklichen Zufällen, oder die Autoren wollen es verständlicherweise nicht preisgeben. Denn jeder Leser dieses Buches kann zum Konkurrent werden, da es schließlich die Zielgruppe der Indie-Autoren anspricht.

Es zeigt aber andererseits auch schön auf, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss, und nicht bloß nach vorgefertigten Strategien vorgehen kann. Was bei dem einen zum Erfolg geführt hat, muss bei dem anderen nicht zwangsläufig ebenfalls erfolgreich sein.

Man bekommt in dem Buch zwar die ein- oder anderen Tipps, wovon aber die meisten dem Großteil von Indie-Autoren höchstwahrscheinlich bereits bekannt sind. Auffallend ist, das die erfolgreichen Autoren, mit denen Frieling die Interviews führt, ihre E-Books hauptsächlich bei Amazon KDP Select publiziert haben. Durch Gratisaktionen oder die flexible Preisgestaltung gibt es für Autoren gute Vermarktungsmöglichkeiten. Die Wirkung von diesen dürfte allerdings hauptsächlich zu Beginn von Amazon Kindle sehr stark gewesen sein, und mittlerweile immer mehr abebben.

Uneinig scheinen sich die Autoren zu sein, ob der Preis ausschlaggebend für den Verkaufserfolg ist und ob sich Gratisaktionen lohnen. Einige schwören auf 99 Cent-Aktionen, andere haben sich dieser Methode nicht bedient. Nachdem jeder auf seine Weise erfolgreich verkauft hat, bleibt dem Leser der Lektüre nur übrig selbst zu probieren was sich am ehesten lohnt.

Fazit: Wege zum Erfolg sind nicht kopierbar –  und ohne Glück läuft sowieso nichts! Das wird einem auch beim Lesen dieses E-Books klar.

Ihre Alice Stein