Zuschussverlage

Zuschussverlage werden jene Verlage genannt, die Geld von Autoren für eine Veröffentlichung verlangen. Hier unterscheide ich zwischen Self-Publishern, wo sich die Kosten für eine Veröffentlichung im Rahmen halten, und solchen die zum Teil vierstellige Beträge von den Autoren verlangen. Self-Publisher sind aus meiner Sicht eine seriöse Variante wo die Kosten auch sofort auf der entsprechenden Website überschaubar sind. Zuschussverlage halten mit der Information, dass sie Geld für die Veröffentlichung verlangen möglichst lange hinterm Berg und schmeicheln meist den Autoren in Bezug auf das Manuskript, bevor dann die bittere Wahrheit ans Licht kommt.

Erfahrungsbericht:

Vor der Veröffentlichung meines ersten Buches habe ich mein Manuskript mehreren Verlagen angeboten. Ich bekam ein Vertragsangebot von einem Verlag mit viel Lobeshymnen über mein Manuskript. Obwohl ich damals noch keine Erfahrung mit der Verlagsbranche und Buchveröffentlichungen hatte, kam mir das schon merkwürdig vor, da ich gehört hatte, dass die Verlage einem nicht gerade mit Komplimenten überhäufen. Das Modell dieses Verlags bestand darin, dass man zu Beginn zwar nichts zahlen musste, wenn sich aber innerhalb eines Jahres nicht eine hohe Anzahl an Büchern verkauft habe (ich weiß es leider nicht mehr genau, aber ich glaube es ging in den Bereich von 10.000), dann müsse man nachträglich einen vierstelligen Eurobetrag bezahlen. Sie lockten mit der Erfolgsstory von Harry Potter und meinten, dass dies durchaus zu schaffen sei. Das spricht natürlich das Wunschdenken von Autoren an, aber es entspricht meist nicht der Realität, vor allem wenn der Verlag nicht viel in Werbung und Marketing investiert. Der Verlag war nicht sehr bekannt, und ich konnte in keiner Buchhandlung auch nur ein Werk finden, das in diesem Verlag veröffentlicht war. Da fragt man sich natürlich wie so ein Unternehmen überleben kann, wenn nicht durch den Verkauf seiner Bücher? Die Antwort ist einfach: durch das Geld der Autoren!

Fazit: Ich lehnte diesen Vertrag ab und bekam glücklicherweise bald darauf ein Angebot von einem seriösen Verlag. Der oben erwähnte Verlag mit Sitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz, hat sich bis heute am Markt gehalten, obwohl sich an der Präsenz seiner Bücher nichts geändert hat. Und höchstwahrscheinlich hat sich auch am Geschäftsmodell nicht viel verändert.

Mit dieser Erfahrung, dass man Zuschussverlage besser meidet, war es aber noch lange nicht getan. Es folgte im Laufe meiner weiteren Buchveröffentlichungen eine regelrechte Odyssee an Erfahrungen worauf man in der Buch- und Verlagsbranche achten muss. Daraus ist dann mein Buch „Die schmutzigen Geschäfte in der Verlagsbranche“ entstanden, wo ich auf die vielen Details eingegangen bin.

Ihre Alice Stein