Gratisaktionen – das Für und Wider!

Viele Autoren versuchen mit Gratisaktionen den Verkauf ihrer Bücher anzukurbeln. Insbesondere Amazons KDP Select bietet viele Möglichkeiten, um auf das eigene Buch auf diese Weise aufmerksam zu machen. Das hat schon bewirkt, dass einige Self-Publishing Autoren durch diese Werbemaßnahme, anschließend Verkaufszahlen erreicht haben, von denen selbst so manche Verlagsautoren nur träumen können. Insofern ist es sicher eine gute Sache! Denn wie soll man sonst, als unbekannter Autor oder Autorin eine große Leserschaft von der Existenz seines Buches informieren. Das ist der wichtigste Punkt beim Verkauf von Büchern – die Zielgruppe, also die Leser müssen wissen, dass es ein bestimmtes Buch überhaupt gibt. Natürlich ist die Qualität, das Thema, der Schreibstil etc. ebenfalls von Bedeutung. Aber all das nützt nichts, wenn das Buch und der Autor ungewollt im Verborgenen bleiben.

Doch alles hat zwei Seiten – so auch die Gratisaktionen. Wenn etwas gratis ist, bringen die Menschen dem jeweiligen Produkt für gewöhnlich weniger Wertschätzung entgegen. Obendrein verlieren viele dadurch die Bereitschaft, dann auch für entsprechende Produkte, in diesem Fall Bücher, noch einen angemessenen Preis zu zahlen. Es kann dazu führen, dass insbesondere die Leser von Unterhaltungsliteratur, nur noch nach Gratisbüchern Ausschau halten und diese downloaden, und als zahlende Kunden langfristig verloren gehen. Im Sachbuchbereich ist das wieder etwas anders, weil nicht zwangsläufig zu einem Thema, das einen Leser interessiert auch Gratisbücher vorhanden sind. Aber wer sich für Krimis, Thriller, Horror, Science-Fiction und Lovestorys interessiert, wird immer fündig.

Wie ist es also möglich, die Aufmerksamkeit einer breiten Leserschaft auf das eigene Buch zu lenken, insbesondere wenn die Vermarktungsmaschinerie eines Verlags wegfällt, und gleichzeitig die Leser nicht mit Gratisaktionen zu überfluten und damit einen kontraproduktiven Effekt auszulösen?

Als einzelner Autor/in ist dieses Problem wohl nicht so leicht zu lösen. Das wäre nur kollektiv möglich, beispielsweise wenn es generell keine Gratisbücher, sondern nur reduzierte Angebote für einen kurzen Zeitraum gäbe. Jedoch auch durch zu viele Preisaktionen kann die Wertschätzung sinken, aber es wäre wahrscheinlich besser, als eine große Anzahl an Büchern kostenlos anzubieten, so wie das aktuell bei Amazon Kindle läuft.

Wie sehen Sie als Autor oder Leser das Thema Gratisaktionen? Schreiben Sie mir gerne dazu Ihre Meinung!

Ihre Alice Stein

 

Die Vor- und Nachteile von Leserunden

Leserunden sind eine beliebte Marketingstrategie, um sein Buch bekannter zu machen. Auf diese Weise kann man auch leicht einige Rezensionen auf unterschiedlichen Portalen bekommen.

Der Vorgang läuft so ab, dass man einige Bücher verlost, üblicherweise sollten es mindestens zehn sein, damit die Leserunde auch lebendig ist. Sowohl gedruckte Bücher als auch E-Books können verlost werden. Natürlich können es auch mehr sein. Es wird eine Frist gesetzt, innerhalb dieser die Bücher verlost werden und sich interessierte Leser bewerben können. Sinnvoll ist es die Verlosung mit einer Frage zu kombinieren oder die Leser aufzufordern anzugeben, warum sie sich gerade für dieses Buch interessieren.

Wird die Leserunde vom Verlag organisiert, erspart sich der Autor jegliche Kosten für Bücher und Versand. Aber als Self-Publisher muss man eine Leserunde gewöhnlich selbst auf die Beine stellen und finanzieren. Da ist eine E-Book Verlosung natürlich viel einfacher und günstiger.

Nun zu dem möglichen Ablauf einer Leserunde. Im Idealfall hat man als Autor viele Bewerbungen von interessierten Lesern, lost dann die Gewinner aus und unterteilt die Leserunde in verschiedene Abschnitte, zu denen die Leser dann ihre Kommentare schreiben können. Selbst wenn der ein oder andere Kritikpunkt kommt, auf den man als Autor reagieren kann – aber entscheidend ist ein lebendiger Austausch. Alleine durch das Lesen dieser Kommentare, bekommen andere potenzielle neue Leser einen guten Eindruck von dem Buch. Die abschließende Rezension kann dann auf dem jeweiligen Portal oder auch auf Amazon etc. eingestellt werden. Wenn es gut läuft, hat man dadurch gute Rezensionen gewonnen, mehr Aufmerksamkeit für das eigene Buch und infolgedessen mehr Verkäufe. Das ist das optimale Szenario, das sich jeder Autor wünscht wenn er eine Leserunde startet.

Doch es kann auch anders laufen. Damit ist nicht nur die Möglichkeit der ein oder anderen schlechteren Rezension gemeint. Sehen wir uns einmal die Bedingungen für weniger bekannte Autoren an, die das gerne ändern möchten und die in puncto Leserunde auf sich alleine gestellt sind, also keine Unterstützung vom Verlag haben.

Nehmen wir dazu das bekannte Portal lovelybooks als Beispiel. Hier tummeln sich eine Vielzahl an Lesern, Autoren und Verlagen. Das scheint verlockend. Jedoch ist eine gepostete Ankündigung für eine Leserunde, nach wenigen Minuten nicht mehr auf der ersten Seite der Nachrichten. Denn gerade weil dort so viel los ist, wird in Minuten- und Sekundenintervallen gepostet. Das erschwert es bereits deutlich, überhaupt gefunden zu werden und Leser für die Leserunde zu gewinnen. Selbst wenn es viele geben würde, die sich für das betreffende Buch interessieren könnten, werden es einige gar nicht erfahren, was natürlich schade ist. Das ist also bereits die erste Schwierigkeit. Kann man überhaupt alle Bücher verlosen, die man angeboten hat oder bleibt man auf einem Teil sitzen?

Das nächste mögliche Szenario sind unzuverlässige Leser. Gerade weil die Leser es gewohnt sind auf diese Weise Bücher geschenkt zu bekommen, bewerben sie sich oftmals für mehrere Bücher gleichzeitig, da sie nie wissen können ob sie gewinnen. So ist es möglich, dass das Interesse an einem Buch geringer ist als die Freude am Spielen. Es macht einfach Spaß an einer Verlosung teilzunehmen und den damit verbundenen Nervenkitzel zu haben – aber reicht das als Motivation für das Lesen eines Buchs? Manchmal nicht. Denn es kommt vor, dass Leser nachdem sie ein Buch gewonnen haben, überhaupt kein Interesse daran zeigen, es infolgedessen nicht lesen und sich auch an der Leserunde nicht beteiligen. Entweder kommen sie auf Nachfrage mit irgendwelchen Ausreden, oder es kommt schlicht keine Reaktion. Für den Autor besonders ärgerlich und auch ausgesprochen mies von den jeweiligen Teilnehmern! Fallen mehrere unzuverlässige Leser in eine Leserunde, kann das schnell zum absoluten Desaster werden. Das liegt aber nicht automatisch daran, dass das Buch schlecht ist, denn das hätte eine entsprechende Kritik zu Folge, aus der der Autor lernen und an sich arbeiten könnte. Aber fehlendes Feedback ist noch schlimmer. Denn der Autor erhält keine Rückmeldung und weiß nicht, wie er das nun deuten soll.

Vermutlich ist es den Lesern nicht bewusst wie vernichtend so ein Verhalten für Autoren ist und wie schlecht die Außenwirkung so einer Leserunde ist. Möglicherweise ist es ihnen aber auch gleichgültig – Hauptsache sie haben genügend Gratisbücher gesammelt.

Es zeigt sich hier ebenso wie in vielen Bereichen, dass Dinge die gratis sind, oft nicht genügend gewürdigt werden und es dort wo es ausschließlich Gratisbücher zu gewinnen gibt, zu einer Sammelwut kommt, aber nicht zu einem Verantwortungsgefühl auch eine Aufgabe zu haben. Leider gibt es in solchen Fällen viel zu wenig Sanktionen von Seiten der jeweiligen Portale. Die unzuverlässigen Leser werden zwar von Moderatoren aufgefordert sich zu beteiligen, aber das prallt an manchen Personen vollkommen ab. Zum Glück verhalten sich definitiv nicht alle Leser so, aber jene die das tun, und die auch nach mehreren Aufforderungen nicht reagieren, sollten meiner Ansicht nach von Verlosungen ausgeschlossen werden, denn sie haben kein Recht darauf Bücher geschenkt zu bekommen.

 Ihre Alice Stein