Positive Entwicklungen im Self-Publishing

Ich möchte auf diesem Blog natürlich nicht nur über negative Dinge berichten, sondern auch über positive Entwicklungen im Buch- und Verlagswesen. So hat sich im Bereich Self-Publishing einiges getan. Während früher die Autoren einen bestimmten Betrag für die Veröffentlichung zahlen mussten, der aber für gewöhnlich deutlich unter jenem war, den die sogenannten Zuschussverlage forderten, gibt es jetzt immer mehr Self-Publishing Verlage, die eine kostenlose Veröffentlichung anbieten. Dazu zählen z. B. BookRix, Stuber Publishing und XinXii. Das ist jedoch nicht die einzige Veränderung. Viele bieten außerdem noch Marketingmaßnahmen an, um die sich die Autoren beim Self-Publishing noch vor wenigen Jahren ausschließlich selbst kümmern mussten. Der Verlag tredition bietet beispielsweise an für jede Neuerscheinung eine professionelle Pressemitteilung zu verfassen. Allerdings ist bei tredition die Veröffentlichung nicht kostenlos. Stuber Publishing bietet ebenfalls Marketing über verschiedene soziale Netzwerke an. Auch die Vertragsunabhängigkeit ist keine Seltenheit mehr. Die Self-Publishing-Anbieter überbieten sich gegenseitig regelrecht mit Zusatzleistungen oder Vergünstigungen. BookRix bietet seit neuestem unter bestimmten Bedingungen sogar Vorschüsse an. Das gab es in diesem Sektor bisher noch nie.

Wer also in der heutigen Zeit noch bei einem der Zuschussverlage landet und tatsächlich vierstellige Beträge für eine Veröffentlichung bezahlt, der hat sich wohl nicht gut informiert.

Es ist und bleibt sehr wichtig gründlich zu recherchieren, damit Autoren das für sie jeweils passendste Modell auch finden. Ebenso sollte man auf jeden Fall den Vertrag, den viele Self-Publisher zur Ansicht als Download zur Verfügung stellen, genau durchlesen. Bei manchen Anbietern – nicht bei den oben genannten m. E. – finden sich auch Stolperfallen, die man unbedingt beachten sollte. In meinem Buch habe ich diesem Thema ein eigenes Kapitel „Stolperfallen in den Verträgen“ gewidmet, wo ich auf viele Details eingehe.

Aber auch ohne Stolperfallen ist es wichtig zu überprüfen, ob die Details die im Vertrag geregelt sind, für einen selbst passen und sich nicht nur von den Verlockungen verführen zu lassen. Denn nach meiner Erfahrung kann man bei Self-Publishing-Anbietern nicht über Vertragsdetails verhandeln. Wenn man mit einem Punkt nicht einverstanden ist, sucht man sich besser einen anderen Verlag. Bei den regulären Verlagen ist das bisweilen möglich, insbesondere natürlich wenn man über einen Agenten verhandeln lässt.

Self-Publishing ist also mittlerweile eine ernstzunehmende Konkurrenz für viele Verlage geworden. Es stimmt auch absolut nicht, dass Bücher die im Self-Publishing veröffentlicht wurden, keine Chance am Markt hätten – das sollte man sich nicht einreden lassen. Der Kampf um Leser gleicht sich immer mehr an, und ist für keinen Verlag oder Autor leicht. Große Verlagsgruppen haben natürlich gewisse Wettbewerbsvorteile – aber wer weiß wie lange noch.

Ihre Alice Stein

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