Was beim Kontakt mit einem Verlag zu beachten ist

Wenn es zu Vertragsverhandlungen mit einem Verlag kommt, ist der Ablauf des Kontakts sehr unterschiedlich. Es kann ganz einfach der Vertrag zugeschickt werden, oder der/die Autorin bekommt einen Anruf oder ein Mail, in dem die Entscheidung mitgeteilt wird und weitere Einzelheiten besprochen werden.

Selbstverständlich ist es für Autoren angenehm, wenn der Kontakt mit dem Verlag persönlicher ist. Doch auch unseriöse Verlage machen sich diese Wirkung zu Nutze. So kommt es nicht selten vor, dass Zuschussverlage ein persönliches Treffen vorschlagen, um ausführlich alle Details in Zusammenhang mit der Buchveröffentlichung zu besprechen. Befinden Autor und Verlag sich zufällig am selben Ort oder in derselben Stadt, so ist das sicherlich eine gute Möglichkeit um eine Zusammenarbeit zu beginnen. Insbesondere bei größeren Verlagen fehlt dafür aber meist die Zeit. Stutzig sollte man werden, wenn ein  Verlag ganz selbstverständlich ein persönliches Treffen vorschlägt, obwohl der Autor weit entfernt lebt. Denn das ist ausgesprochen unüblich. Die Autoren werden dann meist überhaupt nicht gefragt, ob ihnen das Treffen von der Anreise her möglich wäre. Ein derartiges Überrollen ist schon meist ein Vorbote, dass noch weitere Dinge kommen, wo die Autoren überrumpelt werden sollen – und das ist in einem persönlichen Gespräch vor Ort viel leichter.

Bei den heutigen technologischen Möglichkeiten der Kommunikation, empfiehlt es sich als Autor in so einem Fall einen Gegenvorschlag zu unterbreiten, beispielsweise ein Gespräch via Skype. Schließlich ist es ein bisschen viel verlangt, wenn man eine weite Anreise auf sich nehmen soll, ohne zu wissen, ob man letztlich wirklich mit dem entsprechenden Verlag zusammenarbeiten kann und will. Wenn das nicht akzeptiert wird, dann ist meist etwas faul!

Ihre Alice Stein

Advertisements

Positive Entwicklungen im Self-Publishing

Ich möchte auf diesem Blog natürlich nicht nur über negative Dinge berichten, sondern auch über positive Entwicklungen im Buch- und Verlagswesen. So hat sich im Bereich Self-Publishing einiges getan. Während früher die Autoren einen bestimmten Betrag für die Veröffentlichung zahlen mussten, der aber für gewöhnlich deutlich unter jenem war, den die sogenannten Zuschussverlage forderten, gibt es jetzt immer mehr Self-Publishing Verlage, die eine kostenlose Veröffentlichung anbieten. Dazu zählen z. B. BookRix, Stuber Publishing und XinXii. Das ist jedoch nicht die einzige Veränderung. Viele bieten außerdem noch Marketingmaßnahmen an, um die sich die Autoren beim Self-Publishing noch vor wenigen Jahren ausschließlich selbst kümmern mussten. Der Verlag tredition bietet beispielsweise an für jede Neuerscheinung eine professionelle Pressemitteilung zu verfassen. Allerdings ist bei tredition die Veröffentlichung nicht kostenlos. Stuber Publishing bietet ebenfalls Marketing über verschiedene soziale Netzwerke an. Auch die Vertragsunabhängigkeit ist keine Seltenheit mehr. Die Self-Publishing-Anbieter überbieten sich gegenseitig regelrecht mit Zusatzleistungen oder Vergünstigungen. BookRix bietet seit neuestem unter bestimmten Bedingungen sogar Vorschüsse an. Das gab es in diesem Sektor bisher noch nie.

Wer also in der heutigen Zeit noch bei einem der Zuschussverlage landet und tatsächlich vierstellige Beträge für eine Veröffentlichung bezahlt, der hat sich wohl nicht gut informiert.

Es ist und bleibt sehr wichtig gründlich zu recherchieren, damit Autoren das für sie jeweils passendste Modell auch finden. Ebenso sollte man auf jeden Fall den Vertrag, den viele Self-Publisher zur Ansicht als Download zur Verfügung stellen, genau durchlesen. Bei manchen Anbietern – nicht bei den oben genannten m. E. – finden sich auch Stolperfallen, die man unbedingt beachten sollte. In meinem Buch habe ich diesem Thema ein eigenes Kapitel „Stolperfallen in den Verträgen“ gewidmet, wo ich auf viele Details eingehe.

Aber auch ohne Stolperfallen ist es wichtig zu überprüfen, ob die Details die im Vertrag geregelt sind, für einen selbst passen und sich nicht nur von den Verlockungen verführen zu lassen. Denn nach meiner Erfahrung kann man bei Self-Publishing-Anbietern nicht über Vertragsdetails verhandeln. Wenn man mit einem Punkt nicht einverstanden ist, sucht man sich besser einen anderen Verlag. Bei den regulären Verlagen ist das bisweilen möglich, insbesondere natürlich wenn man über einen Agenten verhandeln lässt.

Self-Publishing ist also mittlerweile eine ernstzunehmende Konkurrenz für viele Verlage geworden. Es stimmt auch absolut nicht, dass Bücher die im Self-Publishing veröffentlicht wurden, keine Chance am Markt hätten – das sollte man sich nicht einreden lassen. Der Kampf um Leser gleicht sich immer mehr an, und ist für keinen Verlag oder Autor leicht. Große Verlagsgruppen haben natürlich gewisse Wettbewerbsvorteile – aber wer weiß wie lange noch.

Ihre Alice Stein

Zuschussverlage

Zuschussverlage werden jene Verlage genannt, die Geld von Autoren für eine Veröffentlichung verlangen. Hier unterscheide ich zwischen Self-Publishern, wo sich die Kosten für eine Veröffentlichung im Rahmen halten, und solchen die zum Teil vierstellige Beträge von den Autoren verlangen. Self-Publisher sind aus meiner Sicht eine seriöse Variante wo die Kosten auch sofort auf der entsprechenden Website überschaubar sind. Zuschussverlage halten mit der Information, dass sie Geld für die Veröffentlichung verlangen möglichst lange hinterm Berg und schmeicheln meist den Autoren in Bezug auf das Manuskript, bevor dann die bittere Wahrheit ans Licht kommt.

Erfahrungsbericht:

Vor der Veröffentlichung meines ersten Buches habe ich mein Manuskript mehreren Verlagen angeboten. Ich bekam ein Vertragsangebot von einem Verlag mit viel Lobeshymnen über mein Manuskript. Obwohl ich damals noch keine Erfahrung mit der Verlagsbranche und Buchveröffentlichungen hatte, kam mir das schon merkwürdig vor, da ich gehört hatte, dass die Verlage einem nicht gerade mit Komplimenten überhäufen. Das Modell dieses Verlags bestand darin, dass man zu Beginn zwar nichts zahlen musste, wenn sich aber innerhalb eines Jahres nicht eine hohe Anzahl an Büchern verkauft habe (ich weiß es leider nicht mehr genau, aber ich glaube es ging in den Bereich von 10.000), dann müsse man nachträglich einen vierstelligen Eurobetrag bezahlen. Sie lockten mit der Erfolgsstory von Harry Potter und meinten, dass dies durchaus zu schaffen sei. Das spricht natürlich das Wunschdenken von Autoren an, aber es entspricht meist nicht der Realität, vor allem wenn der Verlag nicht viel in Werbung und Marketing investiert. Der Verlag war nicht sehr bekannt, und ich konnte in keiner Buchhandlung auch nur ein Werk finden, das in diesem Verlag veröffentlicht war. Da fragt man sich natürlich wie so ein Unternehmen überleben kann, wenn nicht durch den Verkauf seiner Bücher? Die Antwort ist einfach: durch das Geld der Autoren!

Fazit: Ich lehnte diesen Vertrag ab und bekam glücklicherweise bald darauf ein Angebot von einem seriösen Verlag. Der oben erwähnte Verlag mit Sitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz, hat sich bis heute am Markt gehalten, obwohl sich an der Präsenz seiner Bücher nichts geändert hat. Und höchstwahrscheinlich hat sich auch am Geschäftsmodell nicht viel verändert.

Mit dieser Erfahrung, dass man Zuschussverlage besser meidet, war es aber noch lange nicht getan. Es folgte im Laufe meiner weiteren Buchveröffentlichungen eine regelrechte Odyssee an Erfahrungen worauf man in der Buch- und Verlagsbranche achten muss. Daraus ist dann mein Buch „Die schmutzigen Geschäfte in der Verlagsbranche“ entstanden, wo ich auf die vielen Details eingegangen bin.

Ihre Alice Stein